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Der Dialyse-Shunt

Da Ihre Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten, ist es bereits jetzt oder in naher Zukunft erforderlich, eine Blutwäsche bei Ihnen durchzuführen.

Hierzu benötigt Ihr behandelnder Nephrologe (Nierenspezialist) einen immer wieder benutzbaren Zugang zu Ihrem Blutkreislauf. Dieser wird im Rahmen einer Operation geschaffen, indem eine Armvene mit einer Schlagader verbunden wird (sog. AV-Fistel oder Shunt).

Am besten wird dazu eine tief liegende Schlagader mit einer Vene dicht unter der Haut verbunden (meist an den Armen). Dadurch wird der Blutfluss in der Vene erheblich gesteigert und sie weitet sich in der Regel auf.

Allerdings muss sich die Vene erst mehrere Wochen an den neuen Blutfluss gewöhnen, bevor sie benutzt werden kann. Daher ist es sinnvoll, Wochen oder Monate, bevor eine Dialyse erforderlich wird, eine solche Verbindung anzulegen. Da die Natur eine Verbindung zwischen Schlagader und Vene eigentlich nicht vorgesehen hat, kann die Vene durch den vermehrten Blutfluss aber auch narbig schrumpfen. Etwa 15 bis 20 % aller Fisteln verschließen sich daher spontan wieder, ohne dass ein operativer Fehler vorliegt. Sie sollten daher immer damit rechnen, dass mehr als eine Operation erforderlich sein kann, um einen Shunt zu schaffen.

Sollten Ihre Venen nicht zur Shuntanlage geeignet sein, kann es erforderlich werden, ein künstliches Gefäß zwischen zu schalten. Da künstliche Gefäße mehr Komplikationen machen, sollten diese nur dann eingesetzt werden, wenn es nicht anders geht. Auch künstliche Gefäße sollten mindestens 3 Wochen einheilen, bevor sie benutzt werden.

In seltenen Fällen muss sehr schnell eine Nierenersatztherapie beginnen. Dann kann vorübergehend ein Katheter über eine Halsvene eingebracht werden, über den sofort die Therapie beginnen kann. Wenn dieser mehrere Zentimeter unter der Haut durchläuft, kann er Wochen, Monate oder sogar Jahre benutzt werden, bis ein funktionierender Shunt geschaffen werden konnte.

Selbstkontrolle am Shunt

Auch im Weiteren ist es wichtig, dass Sie selber Ihren Shunt beobachten: Wenn Sie die Finger locker auf die Shuntvene legen, sollte es unter Ihren Fingern kribbeln. Das ist das typische Shuntschwirren, ein Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. Manchmal kann ein leichtes Pulsieren dazukommen. Nimmt das Pulsieren zu und das Schwirren ab, sollten Sie Ihren Arzt darauf hinweisen, damit eine Ultraschallkontrolle veranlasst werden kann.