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Hüftgelenk – Operation mit der AMIS®-Methode

Der künstliche Gelenkersatz des Hüftgelenkes ist der häufigste orthopädisch-chirurgische Eingriff weltweit.
Bei der Indikation für den Gelenkersatz unterscheidet man die degenerativen Verschleißerkrankungen wie die Arthrose (Coxarthrose) von den prothetischen Versorgungen nach Brüchen im Bereich des Hüftgelenkes. Wir verwenden für beide Indikationen als einzige Klinik am Niederrhein die AMIS®-Methode an. Wichtig ist, dass die Teile des Kunstgelenkes exakt platziert werden und die eingesetzten Implantate eine bewährte Qualität aufweisen.

AMIS® - im Film erklärt

Im Gegensatz zu konventionellen Operationsmethoden operieren wir mittels der äußerst schonenden AMIS®-Methode (Anterior Minimally Invasive Surgery).


Abb.: Röntgenaufnahme mit fortgeschrittenem Hüftgelenkverschleiß rechts
 
Die AMIS®-Methode verursacht weniger operationsbedingte Gewebeschäden, denn es werden keine Muskeln und Sehnen durchtrennt! Es ist der direkteste Weg zum Hüftgelenk, und verursacht die geringste Narbenbildung. So lassen sich die Dauer der postoperativen Schmerzen, der Krankenhausaufenthalt und die Genesungszeit verkürzen. Statt einer 20 Zentimeter langen Wunde für den Einsatz eines neuen Hüftgelenks benötigen wir nur einen 8 bis 10 Zentimeter langen Schnitt.

  
Damit wird das Gewebe geschont und die Muskelstränge werden nicht durchtrennt. Der Patient kann die Hüfte nach der OP in der Regel  sofort voll belasten.

   

Abb.: Schnittführung am vorderen seitlichen Oberschenkel beim AMIS-Zugang

Wichtig ist die exakte Planung der Operation, die durch die Lagerung des zu operierenden Beins in einem speziellen Schlitten möglich gemacht wird. 
 

   

Abb.: Lagerungsschlitten für das Bein bei der AMIS-Operation

Vorteile der AMIS®-Methode:

Schnellere Rehabilitation: Die Rehabilitation beginnt schon kurz nach der Operation. Sie dürfen mit Einverständnis des Arztes am ersten Tag nach der OP aufstehen und mit dem Laufen an Gehhilfen beginnen.
Schneller wieder aktiv: Mit AMIS® ist die Rückkehr in den Alltag schneller möglich, eine postoperative Beckeninstabilität wie bei konventionellen Operationsmethoden möglich sind nicht gegeben.
Kleinere Narbe: Der Hauteinschnitt ist kürzer als bei konventionellen Operationsmethoden, es bildet sich weniger Narbengewebe.
Reduzierter Blutverlust: Die Erhaltung von Muskeln und Gefäßen reduziert den Blutverlust. Transfusionen sind selten, Blutgerinnsel in den Beinen (tiefe Venenthrombose) geringer.
Vermindertes Ausrenken (Luxation): Durch den Erhalt des Muskels verbessert sich die Stabilität der Hüfte erheblich. Somit minimiert AMIS® das Risiko des Auskugelns des Kugelkopfes aus der Gelenkpfanne. Außerdem wird die Operation von vorne über die Leiste (anterior) durchgeführt. Ein Ausrenken hingegen geht oft mit einem Eingriff posterior (von hinten) einher.
Kein Hinken: Das Risiko von Hinken ist reduziert, da weder Muskel noch Nerven geschädigt werden.

Planung der Operation mittels Digitaler Planungssoftware

Um die exakte Prothesenart und -größe individuell vor der Operation festzulegen, werden spezielle Röntgenbilder angefertigt. Hierbei wird eine Maßstabkugel mitgeröntgt, wodurch der Operateur mit Hilfe der Planungssoftware exakt die für Sie geeignete Prothese auswählen kann. Zudem verkürzt die digitale Planung die Operationszeit und erhöht die Genauigkeit der Komponentenlage und des Beinlängenausgleiches. Für die Versorgung in AMIS® -Technik können verschiedene Prothesen verwendet werden, von der knochensparenden Kurzschaftprothese für junge Patienten bis zum langen Revisionsschaft. Auch für die Pfannenversorgung bestehen keine Einschränkungen. Für die Gleitpaarungen verwenden wir qualitativ hochwertige Keramikköpfe, bei jungen Patienten erfolgt auch die Pfanneneinlage aus Keramik.

     

Abb.: Prothesenversorgungsmöglichkeiten des Hüftgelenks

 
Abb.: Digitale Planung der Prothesenoperation des rechten Hüftgelenks in zementfreier Technik

Operative Versorgung in AMIS®-Technik

Die Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose, um eine optimale Schmerzfreiheit und Muskelentspannung zu erreichen. Sie werden kontinuierlich nach neuester Technik überwacht und durch ein hoch kompetentes Team anästhesiologisch behandelt. Alle Abläufe während der Operation sind durch unser Zertifizierungsverfahren kontrolliert, und gewährleisten maximale Sicherheit für Sie als Patient.
Durch die kleine Schnittführung ist die Operation deutlich schneller, sie dauert 45 bis 60 Minuten. Während der Operation kontrollieren wir mithilfe eines hochmodernen Röntgenbildverstärkers die Lage der neuen Prothese, sodass eine hohe Sicherheit für die exakte Position gewährleistet wird. Ziel der Operation ist ein stabiles, künstliches Hüftgelenk, das eine sofortige Vollbelastung erlaubt. Im Anschluss der Prothesenimplantation erfolgt die Überwachung im modernen Aufwachraum, bei Bedarf erfolgt die Verlegung auf die Intensivstation. Durch die hohe Kompetenz des Marien-Hospital mit dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum sind Sie als Patient auch bei schwerwiegenden kardialen Vorerkrankungen in besten Händen.

 
Nach der minimal-invasiven Operation in AMIS-Technik, zementfrei einliegende Hüft-Totalendoprothese rechts

Wir verwenden moderne Gleitpaarungen bei den Hüftimplantaten, so werden alle Patienten mit einem Keramikkopf der neusten Generation versorgt. Bei jungen Patienten nehmen wir auch eine Keramikgleitfläche für die Pfanne, wir verzichten bei der Primärimplantation gänzlich auf metallische Gleitpaarungen. Zudem setzen wir bei jungen Patienten Kurzschaftprothesen am Oberschenkel ein, um möglichst viel körpereigene Knochensubstanz zu erhalten.
Ziele der operativen Versorgung sind der muskelschonende Protheseneinbau mit sofortiger Vollbelastung, ein stabiles Hüftgelenk sowie die Wiederherstellung der Beinlänge, um ein gerades Becken zu erhalten. Somit können Folgeveränderung der Gegenseite und der Wirbelsäule vermieden werden.

 
Abb.: 54-jähriger Patient mit zementfreier Hüftprothese mit Kurzschaft und Keramik-Keramik-Gleitpaarung

Nachbehandlung nach der Operation

Sie werden nach der Operation frühzeitig durch die kompetenten  Physiotherapeutinnen unserer Klinik mobilisiert, die Verwendung von Gehstützen ist optional. Ziel ist es, frühzeitig ein regelrechtes schmerzfreies Gangbild zu erreichen. Es ist in der Regel die sofortige Vollbelastung erlaubt. Die Nachbehandlung erfolgt nach standardisierten Abläufen, tägliche Visiten und Behandlungsalgorithmen gewährleisten eine umfassende Nachsorge. Durch unseren Sozialdienst wird auf Wunsch eine ambulante oder stationäre Anschlußheilbehandlung eingeleitet, die über die Krankenkasse oder die Rentenversicherung eingeleitet wird.

Prothese bei Schenkelhalsbruch

Bei der im Alter häufigen medialen Schenkelhalsfraktur erfolgt in der Regel das Einbringen einer Teilprothese, die sog. Duokopfprothese. Hierbei wird lediglich der gebrochene Hüftkopf durch eine Prothese ersetzt, die gesunde Pfanne bleibt erhalten. Da diese Patienten in der Regel im fortgeschrittenen Lebensalter sind, wird die Duokopfprothese einzementiert.
Wir wenden auch bei dieser endoprothetischen Versorgung des Hüftgelenks die AMIS® -Methode an, dies ermöglicht gerade betagten Patienten eine schnellere Rehabilitation und Wiedereingliederung in den Alltag. Wir behandeln diese  Patienten gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Geriatrie in unserem Zentrum für Alterstraumatologie (ZAT), um alle Aspekte der erforderlichen Rehabilitation zu berücksichtigen und die Patienten in ihre Selbstständigkeit zurückzubringen. Dies bedeutet eine umfangreiche Behandlung und Betreuung durch die ärztlichen Kollegen, die Pflegekräfte, die Physio- und Ergotherapeuten sowie den Sozialdienst.

 
Bei jüngeren Patienten versuchen wir, den natürlichen Hüftkopf zu erhalten, indem der Bruch nach Einrichtung mit 3 Schrauben oder einer Dynamischen Hüftschraube (DHS) stabilisiert wird. Sollte dies nicht erfolgversprechend sein, kommt der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes wie bei der Arthrose zur Anwendung, selbstverständlich auch in AMIS® -Technik.