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Interdisziplinäres Gefäßzentrum

 

Mit der Schaffung eines interdisziplinären Gefäßzentrums haben wir auf die medizinischen Folgen des demografischen Wandels reagiert, der einen deutlichen Anstieg der Herz- und Gefäßerkrankungen mit sich bringt. Herz- und Gefäßerkrankungen nehmen bereits jetzt den ersten Platz unter den Haupttodesursachen ein. Dies betrifft zwar in erster Linie Patienten mit koronarer Gefäßerkrankung und Herzinfarkt, Patienten mit Erkrankungen der peripheren Gefäße haben insgesamt jedoch die mit Abstand schlechteste Prognose. Engstellen der Halsschlagadern, die einen Schlaganfall verursachen können, wie auch Erkrankungen der peripheren Gefäße mit der Folge einer Claudicatio intermittens oder schlimmer noch eines Gewebeunterganges an der betroffenen Extremität reduzieren zudem die Lebensqualität erheblich.

Komplexe Diagnostik

Das Spektrum der arteriellen wie auch der venösen Gefäßerkrankungen ist groß, und die uns zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten nehmen kontinuierlich zu. Gefäßpatienten weisen außerdem häufig eine Vielzahl von Begleiterkrankungen auf. Diese Begleiterkrankungen und die zur Diagnostik von Durchblutungsstörungen vorzuhaltende ausgiebige und komplexe Diagnostik erfordert eine fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit spezialisierter Fachärzte.

Deshalb arbeiten die Klinik für interventionelle und operative Gefäßchirurgie unter Leitung von Dr. Jürgen Hinkelmann und die Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Schlafmedizin unter Leitung von Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher im Gefäßzentrum eng miteinander. Regelmäßige Fallbesprechungen, an denen das gesamte gefäßchirurgische wie auch das angiologische Ärzteteam teilnimmt, stellen sicher, dass für jeden Patienten das richtige Therapiekonzept gefunden wird. Diese fruchtbaren Diskussionen wie auch weitere gemeinsame innerbetriebliche Fortbildungen sichern einen hohen Wissensstand aller beteiligten Ärzte.

Kooperation mit anderen Kliniken

Zudem bedarf ein solches Gefäßzentrum der Einbeziehung weiterer Fachdisziplinen, um die häufig vorhandenen Begleiterkrankungen effektiv und qualitativ hochwertig diagnostizieren und therapieren zu können. Dies wird am Marien-Hospital innerhalb der Abteilungen durch die Schwerpunkte Innere Medizin II (Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Rheumatologie) sowie internistische Intensivmedizin gesichert. Innerhalb der chirurgischen Kliniken sind Schwerpunkte für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Traumatologie und Handchirurgie etabliert. Durch die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin mit ihrer interdisziplinären Intensivtherapiestation können Schwerstkranke betreut sowie Schmerzpatienten schmerztherapeutisch behandelt werden. Darüber hinaus werden bei Bedarf weitere Fachärzte wie Neurologen, Ophthalmologen, Dermatologen, Orthopäden, Pädiater, Gynäkologen oder Ärzte weiterer Fachabteilungen konsiliarisch hinzugezogen.

Chronische Wunden

Zur umfassenden Betreuung unserer Patienten gehören aber nicht nur ärztliche Fachdisziplinen, einen wesentlichen Anteil an der Behandlung haben auch die Physiotherapeuten, die sich intensiv um die Mobilisation der Patienten bemühen. Außerdem pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Sanitätsfachhandel und orthopädischen Schuhmachern, um insbesondere die Patienten mit diabetischem Fußsyndrom oder nach fußchirurgischen Eingriffen adäquat versorgen zu können. Die Betreuung von Patienten mit chronischen Wunden erfolgt in Zusammenarbeit mit den örtlichen Pflegediensten.

Informationsschriften

Weitergehende Informationen enthält der "Dialog", ein Informationsschreiben an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Sie befassen sich mit diesen Themen:
Gefäßzentrum
Aneurysma
Carotisstenose